Niemand hat die Absicht, … Heiligabend die Polizei zu den Menschen zu schicken!

Autorius: Kristin von Appen Šaltinis: https://www.compact-online.de/... 2020-11-20 18:06:00, skaitė 244, komentavo 0

Niemand hat die Absicht, … Heiligabend die Polizei zu den Menschen zu schicken!

Danke, danke, danke: Weihnachten ohne Handschellen! Der Weihnachtsmann darf nicht, die Polizei soll nicht am Heiligen Abend die Menschen in ihren Wohnungen heimsuchen. Das ist Daniel Günther (CDU) hoch anzurechnen: Zumindest im hohen Norden wird die Unterwerfung unter die Corona-Regeln nicht kontrolliert, verspricht Schleswig-Holsteins Ministerpräsident. Welche Schikanen ansonsten noch für die Bürger vorgesehen sind, lesen Sie in der druckfrischen Dezemberausgabe von COMPACT-Magazin.

„Das schließe ich aus! Wir schicken Heiligabend keine Polizei zu den Menschen“, sagte Günther gestern laut dpa. Die Menschen „DÜRFEN“ Weihnachten so verbringen, „wie sie es aus den vergangenen Jahren gewohnt sind“.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Dieses Versprechen des einstigen DDR-Staats- und Parteichefs Walter Ulbricht, am 15. Juni 1961 anlässlich einer Pressekonferenz gegeben, ging als eine der größten Lügen der Nachkriegsgeschichte in die Annalen ein, denn zwei Monate später war die Berliner Mauer gebaut. Wenn Daniel Günther mit seinem bedrohlichen Nachsatz „solange sie (die Menschen) nicht rauschende Feste und riesengroße Familienfeiern daraus gemacht haben“ Gebrauch macht vom am Mittwoch verabschiedeten Ermächtigungsgesetz IFSG, das Artikel 13 GG zur „Unverletzlichkeit der Wohnung“ suspendiert hat, könnte er sich ebenfalls ein unrühmliches Denkmal in der Geschichte sichern.

Ob der Schreiberling der Welt, Thomas Vitzthum, dazu zählt, sei angesichts der Bedeutungslosigkeit seiner Person und seines Blattes dahingestellt. Nichtsdestotrotz sorgt er mit seiner Aussage im „Presseclub“ bei ARD-Phoenix vor fünf Tagen, Weihnachten – eines der höchsten und wichtigsten Feste der Christenheit – werde „von einer bestimmten Gruppe überschätzt“, für kurzfristigen Twitter-Aufruhr.

Welche Gruppe meint er? Die der „Weihnachtsnazis“, die sich erdreisten, traditionell im Kreise ihrer Liebsten unter kerzenstrahlendem Tannenbaum ihre Familienbande zu pflegen? Es muss sich um dieselben handeln, durch die Margot Käßmann zufolge, ehemalige Bischöfin und Ratspräsidentin der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), ohnehin bei zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern der „braune Wind“ weht. Das „O du Fröhliche“ dürfte diesen unverbesserlichen Deutschen angesichts dermaßen entarteter Behauptungen im Halse stecken bleiben.

Nicht aber die Tränen der Ergriffenheit, es zumindest in Schleswig-Holstein mit einem bürgeraffinen Politiker zu tun zu haben. Wenn der dann am ersten oder zweiten Weihnachtstag, da er ja nur von Heiligabend sprach, die Polizei von der Leine lässt beim Verspeisen der Gänse von mehr als einem Haushalt, so ist der Michel ihm dennoch dankbar. Dann könnte er – frei nach Hoffmann von Fallersleben – einstimmen in das Weihnachtslied: „Morgen kommt der Polizistenmann“ oder: „Süßer die Sirenen nie schrillen“…

Lesen Sie einen Auszug aus dem Titelthema „Stille Nacht“ von COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer aus unserer Dezember-Ausgabe