Nach Druck durch EU: Serbien sagt gemeinsame Militärübung mit Russland und Weißrussland ab

Autorius: RT Šaltinis: https://deutsch.rt.com/europa/... 2020-09-09 19:26:00, skaitė 80, komentavo 0

Nach Druck durch EU: Serbien sagt gemeinsame Militärübung mit Russland und Weißrussland ab

Serbische Soldaten steigen während der serbisch-russischen militärischen Trainingsübung "Slawische Bruderschaft" aus dem Hubschrauber MI-8 aus, 7. November 2016.

In Weißrussland war eine gemeinsame Militärübung mit Russland und Serbien geplant. Obwohl diese fast jährlich stattfindet, stellten die Mainstream-Medien eine fiktive Verbindung zwischen dem Militärmanöver und den jüngsten innerpolitischen Konflikten in Belarus her.

Belarus plante seit Monaten eine gemeinsame Militärübung mit Russland und Serbien. Die Teilnehmer an der "Slawischen Bruderschaft 2020" werden zwischen dem 10. und 15. September in Weißrussland eintreffen, wie das belarussische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Die Übungen werden von einem Vertreter der belarussischen Spezialeinheiten geleitet. Soldaten aus Belarus, Russland und Serbien sollten gemeinsame Aktionen zur Bekämpfung des Terrorismus durchführen, teilte das Ministerium mit.

Doch nun kommt eine Absage aus Belgrad.

In der nächsten Zeit werden wir an keinen Übungen oder militärischen Aktivitäten weder mit der NATO noch mit der OVKS, weder mit Russland, den USA, China noch mit der EU teilnehmen, weder mit dem Osten noch mit dem Westen", erklärte der serbische Verteidigungsminister Aleksandar Vulin am Mittwoch in Belgrad.

Serbien befinde sich unter einem "entsetzlichen und unverdienten Druck" der Europäischen Union. Weiter heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums: 

Um die Position der militärischen Neutralität zu bewahren, die Folgen der verstärkten Attacken auf unser Land, unsere Politik und unsere Wirtschaft zu vermeiden oder zumindest zu verringern, hat die Regierung der Republik Serbien an einer heutigen Sitzung entschieden, für die nächsten sechs Monate alle militärischen Übungen und alle Aktivitäten mit allen Partnern, ohne Ausnahme, einzustellen.

Die Militärmanöver der "Slawischen Bruderschaft" fanden 2015 erstmals in Russland im trilateralen Format statt. Im November 2016 war Serbien Gastgeber, und daraufhin Weißrussland im Jahr 2017. 2018 fand die Militärübung erneut in Russland statt.

Obwohl diese Militärübung etwa jährlich stattfindet, stellten die Mainstream-Medien bei der Berichterstattung eine fiktive Verbindung zwischen dem Militärmanöver und den jüngsten innerpolitischen Konflikten in Belarus her. Weißrussland starte mitten in der schweren politischen Krise eine gemeinsame Militärübung mit Russland und Serbien, hieß es auf Reuters.

Der belarussische Präsident Lukaschenko sei kurz davor, die Unabhängigkeit seines Landes aufzugeben und eine Vereinbarung über ein stärkeres Bündnis mit Russland zu unterzeichnen, sagte der litauische Außenminister Linas Linkevičius am Montag im Fernsehen. Linkevičius erklärte, eine engere Beziehung zwischen Russland und Belarus könnte dazu führen, dass russisches Militär in Belarus stationiert werde.

Das an Belarus grenzende Litauen hatte erst vergangene Woche ein Manöver mit 500 US-Soldaten angekündigt. Zusätzlich sollen nach Angaben des litauischen Militärs bis zu 1.000 Soldaten aus Frankreich, Italien, Deutschland, Polen und anderen Ländern an einer jährlichen Übung vom 14. bis zum 25. September teilnehmen. In Litauen stehen im Herbst mehrere größere Militärübungen an. Daran werden sich neben den US-Soldaten auch Truppen anderer NATO-Staaten beteiligen. Die bereits geplanten größeren Militärübungen in Litauen dürften allerdings die Spannungen in der Region weiter erhöhen.

Mit "Atlantic Resolve" wolle die US-Armee die NATO-Verbündeten in Osteuropa stärken. Erklärtes Ziel sei es, "Frieden und Stabilität in Litauen und anderen östlichen NATO-Staaten" zu sichern. Lukaschenko hatte bereits der NATO vorgeworfen, Truppen an der Grenze zu Belarus zu stationieren. Anfang Juni hatte der Chef der Hauptabteilung für Operationen des russischen Generalstabs, Generaloberst Sergei Rudskoj, unterstrichen, das russische Verteidigungsministerium verzeichne ein hohes Maß an militärischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten und deren NATO-Verbündeten in der Nähe der russischen Grenzen.